Veröffentlicht in Rund ums Unterrichten, Technisches

Wortwolken

Eine Wortwolke lässt sich als „eine grafische Darstellung von Schlüsselwörtern zu einem Thema“ bezeichnen (Ende: 2014). Ein Programm filtert die wichtigsten Begriffe eines Textes heraus und generiert damit eine „Wolke aus Wörtern“. Je häufiger ein Begriff in dem eingegebenen Text vorkommt, desto größer wird dieses angezeigt. Wie man in der Abbildung unten erkennen kann, kommen die Ausdrücke „Umweltverschmutzung“, „Menschen“, „Arten“ und „Umweltbelastung“ mit am häufigsten im Beispieltext vor. Natürlich müssen nicht sämtliche Wörter in der Wolke integriert werden, sondern im Nachhinein kann man mithilfe eines Tools die Wortliste noch bearbeiten. Auch die Form muss nicht zwangsläufig eine Wolke sein. In diesem Beispiel habe ich die kostenfreie Internetseite wordclouds.com verwendet, wo Nutzer aus einer Vielzahl von Darstellungsmöglichkeiten wählen und auch Schriftarten und Farben selbst bestimmen können.

Wie lässt sich nun dieses Tool im Unterricht anwenden? Oft lesen die Lernenden Online-Artikel als Hausaufgabe oder aus eigenem Interesse, die in der nächsten Stunde besprochen und diskutiert werden sollen. Eine Möglichkeit sieht die Autorin Karin Ende darin, dass die Lernenden aus einem vorgegebenen oder frei gewählten Artikel eine Wortwolke generieren, die fünf häufigsten Begriffe klären und dann in der kommenden Lektion vorstellen.

Eine Alternative wäre noch, dass die Lehrkraft eine Wortwolke vorgibt und man durch diese Begriffe ins Gespräch kommt. In dem Beispiel mit der Umweltverschmutzung könnte man dementsprechend über das Thema diskutieren und dabei so viele Ausdrücke wie möglich aus der Wolke verwenden. Hier ist es wichtig, dass die Lehrkraft vor der Sitzung sicherstellt, dass nur wirklich relevante und auf den*die Lernende abgestimmte Begriffe angezeigt werden. Abschließend könnte der*die Lernende als Hausaufgabe einen Text zum Thema schreiben und dabei eine festgelegte Anzahl an Wörtern nutzen. Somit wird der neu erworbene Wortschatz noch wiederholt und gefestigt, sowie das Verfassen von Texten geübt.

wortwolke umweltverschmutzung wikipediaeintrag
Wortwolke aus einem Wikipediaeintrag zum Thema „Umweltverschmutzung“

Quelle:

Ende, Karin (2014): Motivation durch digitale Medien im Unterricht? Aber ja! In: Fremdsprache Deutsch 51. S. 45.

Veröffentlicht in Wege zum eTeacher

Unterrichten auf: LingQ.com

Die Sprachlernplattform LingQ.com wurde 2007 von Steve Kaufmann und seinem Sohn Mark gegründet. Hier haben Nutzer*innen die Möglichkeit mit Hilfe von einer Vielzahl an Lektionen, die aus Audiodateien und zugehörigen Transkriptionen bestehen, ihre Sprachfähigkeiten im Selbststudium zu verbessern. Darüber hinaus kann man auch eigene Inhalte auf die Plattform importieren und dann die Lerntools auf diese anwenden. Steve Kaufmann selbst hat mit dieser Methode über ein Dutzend Sprachen mehr oder weniger fließend gelernt.

Momentan bietet LingQ seine Dienste für 17 Sprachen an. Außerdem befinden sich weitere 15 Sprachen in der Betaphase. Wie so eine typische Lektion aussieht, siehst Du hier:

Lingq Aufgabe
Beispiel für eine Lektion

Zusätzlich bietet die Seite ihren Nutzer*innen die Option des Unterrichtens. Man benötigt hierfür keinerlei Zertifikate oder andere Nachweise. Ein LingQ-Tutor*in kann demnach mit einem Community-Tutor*in auf Italki verglichen werden. Interessenten müssen nur in ihrem Profil auf die „Tutoring Settings“ gehen und diese ausfüllen, d.h. Sprache(n), Preis pro Stunde, evtl. Rabatte, Vorstellungsvideo und Stundenplan. Ein Feature, das Italki nicht bietet, ist das bezahlte Korrekturlesen von Texten.

lingq-tutor
Einstellungen für Tutoren

Ein großer Pluspunkt auf dieser Plattform ist, dass es wirklich nur sehr wenige Deutschtutoren und -tutorinnen gibt und damit auch wenig Konkurrenz. Allerdings sollte man beachten, dass die Lektionen der Hauptfokus auf der Seite sind. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass auch nicht sehr viele Nutzer*innen das Tutoringfeature wahrnehmen könnten.

Hast Du schon Lingq.com genutzt? Wenn ja, wie hat es Dir bisher gefallen? Wenn nicht, würdest Du es einmal ausprobieren wollen?